Alternativer DNS-Server

Wie in meinem Artikel über NbIServ beschrieben, betreibe ich einen frei zugänglichen Nameserver für das OpenNIC-Projekt. Der Nameserver führt keine individuellen Protokolle, sondern nur aggregierte und öffentlich einsehbare Statistiken.

IPv4-Adresse: 46.182.18.228

IPv6-Adresse: 2a02:2970:1002::ffa6

Weitere Informationen dazu gibt es hier und die Statistiken gibt es hier. Über Fragen oder Anregungen würde ich mich freuen.

Linux fähiger Steckdosencomputer Pogoplug für 15 Euro

Ein kurzer Hinweis für Freunde von ARM-Computern: Der Pogoplug Classic wird zur Zeit für 10 Euro plus 4,95 Versand verramscht. Und zwar hier. Es handelt sich um das Modell POGO-P24. Weitere Informationen gibt es bei mydealz, Spekulationen über die genauen technischen Spezifikationen bei linuxundich. Das Gerät stammt aus einer zur Seagate Dockstar vergleichbaren SoC-Serie und könnte (wenn man dieser Quelle zur Namensgebung Glauben schenkt) folgende Spezifikationen haben:

  • Architektur ARMv6l
  • Prozessor PLX 7820 700MHz Dual-core
  • RAM 128MB
  • NAND 128MB
  • 4 USB / 1 SATA
  • Gigabit Ethernet

Laut einigen Threads ist allerdings hier in Bezug auf Debian Vorsicht geboten. Das Gerät benötigt scheinbar einen speziellen Kernel, den zur Zeit nur Archlinux bietet.

Viel Glück beim Zuschlagen!

Linux USB-Thermometer TEMPer mit Munin für unter 20 Euro

Wer günstig mit Linux Temperaturen messen möchte, kann das jetzt. Für unter 20 Euro vertreibt der Anbieter M-Ware auf Amazon den RDing TEMPer1.2 USB-Temperatursensor. Doch etwas Vorsicht ist geboten, denn die neue Version 1.2 ist nicht mit den verfügbaren Perl-Bibliotheken oder Munin-Plugin kompatibel.


Wird der neue als gold TEMPer betitelte Sensor angeschlossen ergibt sich folgendes Bild:

[1816401.763718] usb 2-1: Product: TEMPerV1.2
[1816401.763724] usb 2-1: Manufacturer: RDing
[1816401.782819] input: RDing TEMPerV1.2 as /devices/pci0000:00/0000:00:10.0/usb2/2-1/2-1:1.0/input/input44
[1816401.783419] generic-usb 0003:0C45:7401.004F: input,hidraw0: USB HID v1.10 Keyboard [RDing TEMPerV1.2] on usb-0000:00:10.0-1/input0
[1816401.798144] generic-usb 0003:0C45:7401.0050: hiddev0,hidraw1: USB HID v1.10 Device [RDing TEMPerV1.2] on usb-0000:00:10.0-1/input1
[1817325.787837] udev[26706]: starting version 164

Nach längerer Suche im Internet wird klar, dass für die neue Version eine spanische Firma (ISP-SL) verantwortlich zeichnet, die auch hier einen entsprechenden Treiber zur Verfügung stellt. Damit geht die Installation der Software dann ganz schnell wie folgt.

apt-get install build-essentials libusb-dev
wget "http://www.isp-sl.com/pcsensor-1.0.0.tgz"
tar xvzf pcsensor-1.0.0.tgz
cd pcsensor-1.0.0
make clean
make pcsensor
make rules-install
cp pcsensor /usr/local/bin/

Um die udev Regeln zu aktivieren muss jetzt der Computer neugestartet werden, oder der entsprechende Dienst mit dem Befehl /etc/init.d/udev reload neugestartet werden. Alternativ tut es auch ein abziehen und wiedereinstecken des TEMPer Moduls.

Hat alles geklappt, liefert die Eingabe des Befehl pcsensor jetzt die gewünschten Daten.

# pcsensor 
2012/12/08 19:53:33 Temperature 71.83F 22.12C

Um auch dauerhaft einen Überblick über die gemessene Temperatur zu behalten, eignet sich ein Munin-Plugin (Abbildung folgt).

RDing TEMPer 1.2
RDing TEMPer 1.2

Das ist schnell geschrieben und könnte wie folgt aussehen.

#!/bin/sh
# Where is pcsensor located?
PCSENSOR="/usr/local/bin/pcsensor"

if [ ! -e ${PCSENSOR} ]; then
	echo "Cannot find pcsensor executable" >&2
	exit -1
fi

case $1 in
   config)
	echo "
graph_title TEMPer USB Thermometer
graph_vlabel Celsius
graph_info This graph shows the temperatur reported by the attached TEMPer USB Thermometer.
graph_category Sensors
temp.label temp
temp.draw AREA
temp.colour FFD700
# < water freezes, > high fever
temp.warning 4:40
# sensor max
temp.critical -40:120
	"
        exit 0;;
esac

echo -n "temp.value "
${PCSENSOR} -cm | head -n1

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der TEMPer nicht leich in Betrieb zu nehmen war. Nicht, weil die Software nicht zur Verfügung stand, sondern weil der Sensor schlicht ohne Handbuch oder Treiber oder Informationen über Bezugsquellen für Treiber geliefert wurde. Das ist schade, aber bei einem Preis von unter 20 Euro zu verschmerzen.

Ein Vierteljahr mit NbIServer für OpenNIC

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Nicht oft gibt es bei Internet Service Providern etwas geschenkt. Zumindest war das meine Vermutung, bevor ich für ein nicht-kommerzielles Projekt auf die Suche nach einem langfristigen Sponsor ging.

Es ging darum, für das Projekt OpenNIC Serverkontingente zu finden, die einzig für den Betrieb von rekursiven Nameservern genutzt werden sollten. So ein Nameserver ist eine Software, die Namen wie zum Beispiel falkhusemann.de in IP-Adressen wie 94.23.233.6 auflöst. Ohne DNS und die dafür notwendigen Nameserver wäre eine Benutzung des Internets nur über IP-Adressen möglich.

Zusätzlich erschwerend kam hinzu, dass das OpenNIC Projekt kein Verein ist, sondern aus einzelnen Personen besteht, die freiwillig Nameserver betreiben. Freiwilligenarbeit also.

Als einer der Provider, die Interesse zeigten, das Projekt zu unterstützen, meldete sich der Bethenhausener Anbieter NbIServ. Nach kurzer Verifizierung meiner persönlichen Daten wurde ein vServer vom Typ VS-2012-XS zur Verfügung gestellt.

„…Wir freuen uns ein Projekt wie die openNIC aktiv unterstützen zu dürfen…“ , so Martin Prager Geschäftsführer von NbIServ

Die eingesetze Virtualisierungstechnik ist OpenVZ und das System bietet folgende Eckdaten:

  • 256 MiB Arbeitsspeicher
  • 20 GiB Festspeicher
  • Flatrate bei fairer Benutzung

Verwalten lässt sich der virtuelle Server über die Software oVZManager, wie das folgende Bildschirmfoto zeigt.

Folgend meine Erfahrungen mit dem Anbieter und der gebotenen technischen Dienstleitung:

Verfügbarkeit

Für NbIServ spricht eindeutig, dass der virtuelle Server seit einem Vierteljahr ohne Ausfall läuft. In dieser Zeit konnte meine Netzwerküberwachung zwar mehrere Ausfälle des Nameservers, nicht aber des virtuellen Servers oder dessen Anbindung feststellen.

Kundendienst

Der Kontakt mit dem Eigentümer Herrn Prager erfolgte direkt und sehr zügig. Dieser Punkt ist gerade bei Ausfällen eine willkommene Seltenheit und als Zusatzdienstleistung bei anderen Anbietern kaum bezahlbar.

Technische Leistung

Der zugesicherte Arbeitsspeicher, die Anbindung und der Festspeicher standen zur Verfügung. Hier findet offensichtlich keine oder nur eine begrenzte Überbuchung der Server statt. Der sequentielle Maximaldurchsatz des E/A-Subsystems lag bei durchschnittlich circa 200 MB/sec wie der folgende Benchmark belegt.

root@NbI-545:~# spew -g -i 3 --read-after-write 1g testfile
Total iterations:                                3
Total runtime:                            00:01:02
Total write transfer time (WTT):          00:00:22
Total write transfer rate (WTR):   140608.38 KiB/s
Total write IOPS:                  281216.77 IOPS
Total read transfer time (RTT):           00:00:12
Total read transfer rate (RTR):    251710.17 KiB/s
Total read IOPS:                   503420.35 IOPS

Und einige weitere Benchmarks:

IPv6 ist ebenso verfügbar. Einzig bei Tests des Maximaldurchsatzes der Anbindung des vServers fielen Einschränkungen auf. Der steigt nur gelegentlich über 4 MB/sec und bewegt sich bei Quellen aus dem deutschen Forschungsnetz oder QSC ansonsten bei circa 2MB/sec. Das spielt zwar für den darauf laufenden OpenNIC Nameserver keine Rolle, kann aber bei Verwendung als Backupsystem wichtig sein.

Fazit

Zusammengefasst bietet NbIServ mit dem gestellten vServer ein Produkt, dass die Ansprüche an Verlässlichkeit und kontinuierliche Leistung von fortgeschrittenen Kunden befriedigt. Einziger Kritikpunkt ist der nicht mehr zeitgemäße Maximaldurchsatz der Anbindung.