Kochen für Geeks Buchrezension

Als eher analytisch orientierter Mensch, hat man eine eigene Herangehensweise an neue Themenfelder die von anderen belächelt wird. Oft sind aber einige mathematische und theoretische Grundlagen von Nöten, um mehr tun zu können, als Vor- und Nachmachen. Ernährung ist so ein praktisches Themengebiet, Ernäherungswissenschaften der theoretische Teil.

Konkret wollte ich meine grundlegenden Fähigkeiten als Koch erweitern. Grundlegende gesunde Ernährung kann ich bereits sicherstellen, bei den genau sieben unterschiedlichen Gerichten dürfte es aber bald langweilig werden.

Unter dieser Vorraussetzung habe ich das Buch „Kochen für Geeks“ vom O’Reilly Verlag gelesen.

Inhalt

Die Lektüre der 432 Seiten geht leicht von der Hand, das Niveau ist auch für Amateure im Kochen so gehalten, dass man den physikalischen und chemischen Vorgängen leicht folgen kann.

Um die Zielgruppe möglichst schnell anzusprechen, wird eine durchaus stimmige Struktur gewählt. Zuerst werden die Voraussetzungen für das nicht nur erfolgreiche, sondern effiziente zubereiten von Nahrung dargestellt. Dabei differenziert das Buch zwischen Minimal- und Standard-Voraussetzungen, gibt Tips zur Kategorisierung die nach Aufgaben geschehen soll. Die ersten Kapitel behandeln ausschließlich die Einrichtung und versuchen durch spritzig gewählte Überschriften dem Leser den Eindruck zu vermitteln, Kochen sei mit Hacken vergleichbar.

Die darauffolgenden drei Kapitel beschäftigen sich mit den Komponenten und Vorgängen, die mit diesen Komponenten durchgeführt werden können. Dazu zählt inesbesondere eine umfangreiche Einführung in die verschiedenen Geschmacksrichtungen und die Aufforderung, durch Permutation zu perfektionieren. Oder kurz: „rumtesten!“ Diese drei Kapitel stellen auch den Kern des Buchs dar. Besonders gut gefallen hat mir hierbei, das explizite hervorheben von Lebensmittelkrankheiten und dem nötigen Schutz. Bei chemischen Vorgängen wird mit kurzen und sehr einfachen Formeln nicht gespart, viel weiter geht es aber nicht.

Das letzte Kapitel versucht ambitionierte Köche anzusprechen, indem fortgeschrittene Techniken kurz angerissen werden.

Kritik

Leider hat mich das Buch nicht angesprochen. Hauptsächlich hatte ich bei einem Buch, dass sich an Geeks richtet, mehr Kontext erwartet. Die fehlenden Hintergrundinformationen zeigen sich insbesondere bei der verwendeten Mathematik. Kleine Formeln werden noch genannt, aber nicht ein einziges mal bewiesen. Mich hätte ein Beweis über den Nährgehalt eines komplexen Gerichts sehr gefreut. Hier wurde gespart, was den Autoren aber nicht vorgehalten werden sollte, schließlich wollen sie praktische Fähigkeiten vermitteln.

Auch der Schreibstil war leider an einigen Stellen etwas zu spritzig. Es ist meiner Ansicht nach durchaus okay, wenn Kochen nichts mit Programmieren zutun hat. Diese Annäherung war an den Haaren herbeigezogen. Komplexe chemische Vorgänge erzeugen einfach immer unterschiedliche Resultate, wenn in einer Küche und nicht in einem Labor gearbeitet wird.

Auch wenn ich nicht viel aus dem Buch mitgenommen habe, war es doch sehr spritzig geschrieben und hat einige Aha!-Momente erzeugen können. Um das Kochen systematisch zu lernen, taugt es leider nicht.

Dank

Mein besonderer Dank geht an getDigital, die mir das Buch zur Rezension freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. Wer getDigital noch nicht kennt und mit Netzwerken und Computern arbeitet, sollte dringend in die Geschenkideen reinschauen.

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