Erfahrungsbericht Zertifizierung Professional Scrum Master (PSM1)

Das von meinem Team betriebene Hosting wird immer mehr von Scrum Teams genutzt. Grund genug nach einigen Jahren erneut die Einsteiger-Prüfung in Scrum (scrum.org Professional Scrum Master – PSM1) zu absolvieren. Ich habe diesmal die Prüfung von scrum.org absolviert und darauf bezieht sich auch mein Erfahrungsbericht.

Wer sich nicht nur für die Prüfung sondern für das Thema Agile Transformation allgemein interessiert, dem kann ich die gleich benannte Udemy-Schulung von Peter Klausmann empfehlen. Sie holt den konservativen IT-Ingenieur sehr gut da ab wo er steht und bringt ihm die allgemeinen Zusammenhänge und Gründe für agiles Arbeiten näher. Das hilft bei der Einordnung von Scrum, ist aber für das Bestehen der Prüfung PSM1 nicht erforderlich.

Was ist Scrum?

Scrum ist grundsätzlich ein Framework um agiles Projektmanagement zu betreiben. Also ein Frame und keine Software-Entwicklungsmethode und damit auch für alles mögliche andere einsetzbar (z.B. für ausgewählte Infrastruktur-Projekte, Marketing- oder Vertriebs-Projekte), solange das Projekt bestimmte Rahmenparameter aufweist. Der Frame von Scrum ist aber nicht wie bei ITIL ein Kochbuch an das man sich halten kann, oder auch nicht, sondern als feste Vorgabe zu verstehen. Wer nicht die Begriffe von Scrum verwendet und die Vorgaben für Rollen ändert oder kein Daily nach den Scrum Regeln abhält macht kein Scrum. Punkt.

Das ist auch der Beste Tip den ich vor der Prüfung erhalten habe: Scrum ist zu 100% das, was im Scrum Guide steht. Wird etwas weggelassen oder verändert ist das nicht mehr Scrum. Wird etwas hinzugefügt (z.B. eine Rolle Projektleiter), ist das auch nicht mehr Scrum.

Grundsätzlich kann man die Scrum Methodik in sechs Kapitel unterteilen, die alle im Scrum Guide und auch in der PSM1-Prüfung behandelt werden:

  1. Use-Cases für Scrum (Wann brauche ich Scrum und wann ist es Quatsch?)
  2. Scrum Theorie und Werte (Einordnung und Kultur)
  3. Scrum Team (Die Rollen und ihre Verantwortlichkeiten)
  4. Scrum Events (Termine und wie man sie kurz hält)
  5. Scrum Artifacts (Dokumente, Boards, Organisationsmittel)
  6. Scrum Transparenz (Wann sind wir fertig und warum ist es so wichtig davon ein gemeinsames Bild zu haben?)

Prüfungsvorbereitung

Mir war relativ schnell klar, dass die Prüfung sich rein auf den Scrum Guide und dessen Auslegung beziehen würde. Und genau so ist es auch.

Also habe ich drei Verfahren zur Vorbereitung auf die Prüfung benutzt.

  1. Scrum Guide ausgedruckt, annotiert und mehrfach überflogen
    Es gibt ihn als PDF und HTML zum online lesen
  2. Eine self-paced Videoschulung von Udemy (Angebote beachten!)
  3. Third-party Trainer und das scrum.org Open Assessment, um Testprüfungen absolvieren zu können

Videoschulung

Zur Vorbereitung habe ich die UDemy-Schulung Scrum Certification Prep +Scrum Master+ Agile Scrum Training benutzt. Paul Ashun ist im Bereich Agile Coaching als Berater unterwegs und hat die Schulung sehr gut und kurzweilig um den wirklich langweiligen Scrum Guide aufgebaut.

Quelle: udemy.com

Es beginnt mit einer Anleitung zum Markieren des Scrum Guides mit den wesentlichen immer wieder in Prüfungen vorkommenden Fakten. Das hat mir schon sehr geholfen den Einstieg in den Scrum Guide zu bekommen.

Der Rest der Videoschulung geht dem Guide folgend schrittweise die wesentlichen Fakten durch und stellt sie in ein verständliches Verhältnis zueinander.

Trainer

Wenn es um die Abfrage von Wissen in Multiple-Choice-Prüfungen geht bin ich ein großer Freund von Testprüfungen. Die gibt es in Mengen für die PSM1-Prüfung. Die folgenden beiden haben mir weitergeholfen.

 

  1. scrum.org Open Assessment
    Hier können kostenlos beliebig oft jeweils unterschiedliche Testprüfungen gemacht werden. Der Pool entspricht zum Teil echten Prüfungsfragen, sodass man den eigenen Kenntnisstand sehr gut testen kann.
  2. Mikhail Lapshin’s Scrum Quizzes
    Um neben dem Open Assessment noch ein bischen Varianz zu haben. Ergänzend gibt es einen „Real Mode“ in dem man sich selbst prüfungsnah testen kann.

Prüfung

Mit dem Videomaterial, dem Scrum Guide und den Open Assessments habe ich mich einen Tag beschäftigt. Dabei habe ich nach jedem längeren Video aus der Schulung eine Testprüfung absolviert um den agilen und iterativen Gedanken von Scrum direkt zu verinnerlichen.

Die Prüfung findet am eigenen Computer statt. Den Zeitpunkt wählt man selbst. Voraussetzung ist ein Prüfungs-Voucher den man für 150 Dollar vorher kauft und innerhalb eines Werktags erhält (war bei mir innerhalb von 30 Minuten da).

In 60 Minuten werden 80 Fragen gestellt und Bestanden hat man ab 85% richtigen Antworten.

Teilweise kommen Fragen aus dem Open Assessment identisch in der Prüfung vor, deshalb der Tip: Erst die Prüfung beginnen wenn dreimal in folge 100% richtige Antworten im Open Assessment erreicht wurden. 

Das der Schulung von Paul folgend annotierte Scrum Guide war auch sehr hilfreich, wenn bei einzelnen Fragen die genaue Definition unklar war. Aufgrund der Menge der Fragen und der kürze der Zeit war aber keine Zeit oft nachzusehen.

Man könnte die Prüfungsfragen auch bei Google eingeben und dort sehr häufig richtige Antworten finden. Aufgrund der Menge der Fragen und der kürze der Zeit ist aber auch das keine sinnvolle Strategie für die Prüfung.

 

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