Archiv der Kategorie: Kali Linux

Überarbeitung der Anleitungen zur Voll-Verschlüsselung

tauchfahrt_submarine

In den letzten drei Wochen war es etwas still im Blog. Das liegt zum einen daran, dass meine Diplomarbeit mich in Beschlag nimmt, aber auch daran, dass ich die gesammelten Tauchfahrt mit Linux Anleitungen zur Voll-Verschlüsselung für euch überarbeite und neu strukturiere.

Wer Kommentare, Feedback oder Wünsche hat: Jetzt ist der Zeitpunkt dafür.

Talentwettbewerb – Bitte um Mithilfe!

UPDATE 12.05.2014: Ich habe dank Eurer Hilfe gewonnen.

Hallo,

mein Name ist Falk und heute wende ich mich das erstemal persönlich an meine Blogleser, also Euch. Seit einiger Zeit entwickle ich privat Konzepte, um Server durch Voll-Verschlüsselung zu schützen. Unter anderem für Debian GNU/Linux, Proxmox oder Kali Linux.

Zu diesem Thema durfte ich im letzten Semester eine Studienarbeit mit dem Titel Verteidigung externer Rechnerressourcen verfassen, einen Vortrag halten und habe über die Zeit viele sehr talentierte und engagierte Menschen kennenlernen dürfen. Neidlos gebe ich zu, dass es noch viel zu entdecken gibt.

Im Rahmen eines Talentwettbewerbs steht meine Studienarbeit jetzt zur Abstimmung und ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr für mich abstimmt. Damit zeigt Ihr, dass meine privaten Bemühungen von euch geschätzt werden.

Ich veröffentliche regelmäßig Artikel zu Linux und IT-Sicherheit und lehne seit über vier Jahren jede kommerzielle Beeinflussung durch Werbung oder für euch nicht erkennbare Produktsponsorings ab. Bei meinen Artikel gebe ich mir größte Mühe, meine Meinung herauszuhalten und euch Fakten und Anleitungen zu präsentieren.

Falls das nicht als Motivation ausreicht:
Für die Dauer der Abstimmung gibt es unter dem Abstimmungslink ein Bild von mir. Das einzige im Internet.

Hier abstimmen

Grüße,
Falk

Du bist Deutschland. Ich bin Frankreich.

Wie bereits im Artikel zum Archiv für große Daten geschrieben, betreibe ich einen Spiegelserver für Kali Linux. Viel tat sich bis vor kurzem nicht, die Auslastung lag bei circa 3,5 MBit/sec durchschnittlich.

Das hat sich gestern um 11:30 Uhr CET geändert. Seitdem sieht die Auslastung des Mirrors wie folgt aus:

if_eth0-week

Fast durchgängig werden 100 Mbit/sec im Upload erreicht. Ist das ein Denial of Service Angriff? Nein. Der kleine 3,99 Euro Server ist jetzt zuständig für ganz Frankreich. Wow.

Metasploitable 2 Kennwörter brechen

Im gestrigen Artikel wurde beschrieben, wie durch eine Hintertür in vsftpd 2.3.4, Rootrechte auf der virtuellen Maschine Metasploitable 2 erlangt werden können. Diese Rootrechte sollen verwendet werden, um die Kennwörter der virtuellen Maschine zu entnehmen und folgend zu brechen.

Mit den Befehlen cat /etc/passwd und cat /etc/shadow werden die Inhalte der entsprechenden Dateien ausgegeben. Warum gerade diese? Sie enthalten die Benutzerdaten der lokalen Systembenutzer; zumindest solange keine esoterischen Verfahren wie OpenLDAP zur Authentifikation eingesetzt werden. Der Hash des Kennworts und die Benutzerdaten werden seit Ende der 1980er Jahre in getrennten Dateien gesichert, damit normale Benutzer die Benutzerdaten lesen dürfen, nicht aber damit auch die Hashes der Kennwörter zu Gesicht bekommen.

Die aus der virtuellen Maschine entnommenen Dateien als passwd und shadow speichern. Dann werden sie mittels unshadow wie folgt zusammenfügen.

root@kalilinux:~/10.13.37.24# unshadow 
Usage: unshadow PASSWORD-FILE SHADOW-FILE
root@kalilinux:~/10.13.37.24# unshadow passwd shadow > metasploitable2_credentials.txt 

Das Ergebnis des Programms unshadow kann mit John the Ripper bearbeitet werden. Für Metasploitable sind weder Wörterbücher noch Parallelisierung notwendig, darum kann die von Kali Linux mitgelieferte Version verwendet werden. Die ersten sieben von acht Kennwörtern werden innerhalb von Sekunden gebrochen.

john metasploitable2_credentials.txt
Loaded 7 password hashes with 7 different salts (FreeBSD MD5 [128/128 SSE2 intrinsics 12x])
user             (user)
postgres         (postgres)
msfadmin         (msfadmin)
service          (service)
batman           (sys)
123456789        (klog)

Der Wert in Klammern entspricht dem Benutzernamen, der vorgestellte Wert dem Kennwort.

Benutzername Kennwort
user user
postgres postgres
msfadmin msfadmin
service service
sys batman
klog 123456789

Da john ohne Wörterbuch einen Bruteforce-Angriff gegen die Hashes durchführt (sogenannter Incremental Mode), kann es überraschen, dass bereits ein neunstelliges Kennwort gebrochen wurde.

Aufgrund der Reife der Software, arbeitet john die möglichen Kennwörter in sinnvollen Phasen ab. Begonnen wird mit dem Single Mode, dem der Benutzername und Informationen aus den weiteren Feldern der passwd zugrunde liegt. Dadurch werden bereits vier der Kennwörter gebrochen. Die weiteren beiden Kennwörter der Benutzer sys und klog werden mit Hilfe des mitgelieferten Wörterbuchs password.lst gefunden. Erst nach diesen beiden Phasen wird zu einem Bruteforce-Angriff übergegangen.

Metasploitable 2 mittels vsftpd 2.3.4 Exploit angreifen

Wie in einigen vorherigen Artikeln beschrieben, ist mein Heimlabor für Penetrationstests in Form eines Virtualisierungsservers endlich fertig. Trotz Klausurstress lasse ich es mir nicht nehmen, abends zur Entspannung virtuelle Maschinen anzugreifen. Den Anfang macht Metasploitable 2, von dem ich bereits viel gelesen habe, es aber noch nie selbst angefasst habe.

Wie der Name bereits andeutet, soll zum Testen Metasploit zum Einsatz kommen. Nach Installation und Einrichtung (unter Kali Linux nicht notwendig), wird Metasploit durch Eingabe des Befehls msfconsole gestartet. Metasploit erlaubt das Verwalten verschiedener Ziele in sogenannten Workspaces. Workspaces erleichtern es, den Überblick zu behalten. Darum wird einer verwendet.

Bildschirmfoto - 30.01.2014 - 22:11:25

Um einen ersten Überblick über die von Metasploitable angebotenen Dienste zu bekommen, wird der Portscanner nmap eingesetzt. Da nur ein einzelner Host zu prüfen ist und die Erkennung des Scans keine Rolle spielt, kann ein kompletter Portscan mit Test aller 65.535 Ports und Versionserkennung gestartet werden. Der Scan wird mit dem Befehl db_nmap -A -p1-65535 metasploitable-ip-adresse gestartet und dauert circa 5 Minuten. Das Ergebnis sieht wie folgt aus und wird automatisch in der an Metasploit angeschlossenen Datenbank gespeichert.

Bildschirmfoto - 30.01.2014 - 22:19:25

Eine kurze Recherche ergibt, dass auf dem Server Ubuntu 8.04 LTS läuft. Da auf vielen Servern der SSH-Port offen ist, lässt sich aus der meist angepassten SSH-Version (hier OpenSSH 4.7p1 Debian 8ubuntu1) schnell ein Ausgangspunkt für die Schwachstellen-Recherche finden.

Die Version 2.3.4 des FTP-Servers vsftpd sticht sofort ins Auge. In 2011 wurden die Projektserver des vsftpd Projekts kompromittiert und eine angepasste Version dort bereitgestellt. Bei Anhängen eines einfachen Smilies wie :) an den Benutzernamen öffnet die kompromittierte vsftpd Version eine Bind-Shell auf Port 6200 mit Rootrechten. Eine angemessene:) Schwachstelle:) um:) das:) Heimlabor:) einzuweihen.

Praktischerweise liefert Metasploit ein Modul für genau diese Schwachstelle mit. Durch Eingabe des Befehls search vsftpd wird Metasploit angewiesen, nach Modulen zu suchen, deren Beschreibung vsftpd enthält.

Bildschirmfoto - 30.01.2014 - 22:40:19

Das Modul wird mit dem Befehl use exploit/unix/ftp/vsftpd_234_backdoor aktiviert. Mit dem Befehl set ohne Argumente werden die möglichen Parameter des Moduls angezeigt. Um das Exploit auszuführen genügt es, die Zieladresse durch Eingabe des Befehls set RHOST ip.des.ziel.hosts zu setzen.

Bildschirmfoto - 31.01.2014 - 10:22:24

Folgend kann das Exploit mit dem Befehl run ausgeführt werden und liefert eine einfache nicht-interaktive Shell auf dem Zielsystem, die wie folgt aussieht.

Bildschirmfoto - 31.01.2014 - 10:21:59

Im folgenden Artikel wird beschrieben, wie durch den temporären Zugang eine permanente Hintertür installiert oder die Kennwörter gebrochen werden können.

Hardware für Proxmox VE Virtualisierungsserver

Ein Server für mein privates Pentest-Labor zur Virtualisierung der Opfersysteme musste her. Auf Bitte eines Lesers folgt eine kurze Dokumentation der getroffenen Hardware- und Software-Entscheidungen.
fantec_front

Kurz vorweg:
Es ist erstaunlich, wie viel Rechenleistung für moderaten Geldeinsatz kaufbar ist.

Mit einer geschickten Kombination aus Desktop- und Server-Hardware ist es möglich, einen nicht für den produktiven sondern für den experimentellen Betrieb geeigneten Virtualisierungsserver zusammenzustellen, der sich nicht verstecken muss.

Da der Server in einem bewohnten Bereich betrieben wird, musste das Gehäuse mit Schalldämmung versehen werden. Schalldämmung ist bei Server-Gehäusen noch weniger üblich, als im Desktop-Bereich und erschwert die Hardwareauswahl.

Hardware

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  • Intel Xeon E3-1245 v3, 4x 3.40GHz, Sockel-1150, boxed (BX80646E31245V3)

Statt dem i7-4770, zum Zeitpunkt des Kaufs signifikanter Kostenvorteil. Verlust von 100Mhz Turbo. Vergleich beider CPUs hier.

Bietet Intel I217-LM Gigabit-LAN, vPro (statt IPMI bei einem Server-Mainboard) und kostet unter 100 Euro.

Passform sehr gut für 4HE Server-Gehäuse mit Schalldämmung und Montage mit Backplate (im Preissegment um 20 Euro nicht selbstverständlich).

  • Fantec NNC-4550X, 4HE (1489)

Sehr günstiges und stabiles 4HE Server-Gehäuse. Lässt sich Zwecks Schalldämmung komplett demontieren. Nachteil: Keine Rackschienen vom Hersteller.

Erfahrungsgemäß gut verarbeitbare Schalldämmmatten. Leider werden zwei Pakete benötigt.

Die Liste mit Tagespreisen ist hier abrufbar.

Zusammenbau

Der Zusammenbau gestaltet sich sehr einfach. Die Montageanleitung des CPU-Kühlers ist umfangreich.

Problematisch war die Anbringung der Schalldämmmatten. Das Fantec-Gehäuse erlaubt im Gegensatz zu einigen anderen günstigen Server-Gehäusen die Demontage des Mainboard-Trays, sodass auch unter dem Mainboard Bitumenpappe angebracht werden kann. Der Schnitt der Cooltek-Dämmmatten ermöglicht die Anbringung am kompletten Gehäusedeckel, den Seiten des Gehäuses und der Front ohne Zuschnitt.

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Wer viele kleine Schrauben nicht scheut, kann mit zwei Sätzen Cooltek Dämmmatten und dem Fantec NNC-4550X Gehäuse einen schallgedämmten Server bauen. Einziger Wermutstropfen des Gehäuses ist das sehr günstig gewählte Schloss, dass weder dem Einbruchsschutz dient, noch die Frontplatte bei regelmäßiger Benutzung besonders gut hält.

Software

Wenn Virtualisierungslösungen in Unternehmen eingesetzt werden sollen, wird oft VMWare ESXi eingesetzt. Leider wird entweder ein NAS oder SAN benötigt, oder ein Hardware-RAID Controller. Beides kam für mich nicht in Frage. Ein eigenes SAN/NAS ist für unwichtige Entwicklungssysteme im privaten Bereich überdimensioniert und Hardware-RAID meiner Ansicht nach nicht ökonomisch sinnvoll, wie ich vor drei Jahren erklärt habe.

Um die Zeit zu verringern, die für Einrichtung und Verwaltung nötig wird, habe ich mich für Proxmox VE entschieden. Proxmox VE basiert auf Debian und kann verschlüsselt und mit Software-RAID installiert werden. Die Installation des Servers ist in folgenden Artikeln dokumentiert.

Die anfänglichen Bedenken, dass eine so weit entfernt von den Projektvorgaben installierte Virtualisierungslösung nicht zuverlässig funktionieren kann, haben sich nicht bestätigt. Der Virtualisierungsserver läuft seit Inbetriebnahme so zuverlässig, wie man es von einem Debian erwarten darf. Ergänzend besteht die Möglichkeit bekannte Verwaltungswerkzeuge und Helferlein wie apticron einzusetzen.

Selbstzerstörung für cryptsetup

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Die Verrückten Wissenschaftler von Offensive-Security haben es getan. Ab sofort kann mit einem kleinen Patch für cryptsetup eine neue Funktion hinzugefügt werden: luksAddNuke.

Mit dieser Funktion kann ein KeySlot in LUKS mit einem speziellen Schlüssel belegt werden. Wird dieser Nuke-Schlüssel eingegeben, werden alle Schlüssel in den LUKS KeySlots gelöscht. Das führt dazu, dass das dm-crypt Volume nicht mehr geöffnet werden kann.

Der Patch basiert auf einem fünf Jahre alten Beitrag von Jürgen Pabel. Wer Spaß daran hat, findet alles weitere auf der Kali Linux Webseite für den Patch.

Aber

Der Patch erzielt zwar, dass das dm-crypt Volume nicht mehr geöffnet werden kann. Abstreitbar ist dessen Existenz dadurch nicht, denn der LUKS-Header bleibt intakt.

Archiv und Kali Mirror

Große Dateien und virtuelle Maschinen befinden sich ab sofort auf einem eigenen Server. Dazu ebenso die Videos vom BDay 2013.

archiv.paketsequenz.de

Und um der Gemeinschaft rund um Penetrationstests etwas zurück zu geben, betreibe ich (scheinbar als erste Privatperson) einen Kali Linux Mirror.

kalimirror
Privater Kali Linux Mirror – Danke Offensive Security!

Bei einem Server von OVH zum Spottpreis von 3,99 Euro (echt wahr) kann niemand wiederstehen. Jetzt bekommt der Server endlich etwas zutun. Der dauerhafte Link befindet sich in der Top-Navigation.