Ein Vierteljahr mit NbIServer für OpenNIC


Nicht oft gibt es bei Internet Service Providern etwas geschenkt. Zumindest war das meine Vermutung, bevor ich für ein nicht-kommerzielles Projekt auf die Suche nach einem langfristigen Sponsor ging.

Es ging darum, für das Projekt OpenNIC Serverkontingente zu finden, die einzig für den Betrieb von rekursiven Nameservern genutzt werden sollten. So ein Nameserver ist eine Software, die Namen wie zum Beispiel falkhusemann.de in IP-Adressen wie 94.23.233.6 auflöst. Ohne DNS und die dafür notwendigen Nameserver wäre eine Benutzung des Internets nur über IP-Adressen möglich.

Zusätzlich erschwerend kam hinzu, dass das OpenNIC Projekt kein Verein ist, sondern aus einzelnen Personen besteht, die freiwillig Nameserver betreiben. Freiwilligenarbeit also.

Als einer der Provider, die Interesse zeigten, das Projekt zu unterstützen, meldete sich der Bethenhausener Anbieter NbIServ. Nach kurzer Verifizierung meiner persönlichen Daten wurde ein vServer vom Typ VS-2012-XS zur Verfügung gestellt.

“…Wir freuen uns ein Projekt wie die openNIC aktiv unterstützen zu dürfen…” , so Martin Prager Geschäftsführer von NbIServ

Die eingesetze Virtualisierungstechnik ist OpenVZ und das System bietet folgende Eckdaten:

  • 256 MiB Arbeitsspeicher
  • 20 GiB Festspeicher
  • Flatrate bei fairer Benutzung

Verwalten lässt sich der virtuelle Server über die Software oVZManager, wie das folgende Bildschirmfoto zeigt.

Folgend meine Erfahrungen mit dem Anbieter und der gebotenen technischen Dienstleitung:

Verfügbarkeit

Für NbIServ spricht eindeutig, dass der virtuelle Server seit einem Vierteljahr ohne Ausfall läuft. In dieser Zeit konnte meine Netzwerküberwachung zwar mehrere Ausfälle des Nameservers, nicht aber des virtuellen Servers oder dessen Anbindung feststellen.

Kundendienst

Der Kontakt mit dem Eigentümer Herrn Prager erfolgte direkt und sehr zügig. Dieser Punkt ist gerade bei Ausfällen eine willkommene Seltenheit und als Zusatzdienstleistung bei anderen Anbietern kaum bezahlbar.

Technische Leistung

Der zugesicherte Arbeitsspeicher, die Anbindung und der Festspeicher standen zur Verfügung. Hier findet offensichtlich keine oder nur eine begrenzte Überbuchung der Server statt. Der sequentielle Maximaldurchsatz des E/A-Subsystems lag bei durchschnittlich circa 200 MB/sec wie der folgende Benchmark belegt.

root@NbI-545:~# spew -g -i 3 --read-after-write 1g testfile
Total iterations:                                3
Total runtime:                            00:01:02
Total write transfer time (WTT):          00:00:22
Total write transfer rate (WTR):   140608.38 KiB/s
Total write IOPS:                  281216.77 IOPS
Total read transfer time (RTT):           00:00:12
Total read transfer rate (RTR):    251710.17 KiB/s
Total read IOPS:                   503420.35 IOPS

Und einige weitere Benchmarks:

IPv6 ist ebenso verfügbar. Einzig bei Tests des Maximaldurchsatzes der Anbindung des vServers fielen Einschränkungen auf. Der steigt nur gelegentlich über 4 MB/sec und bewegt sich bei Quellen aus dem deutschen Forschungsnetz oder QSC ansonsten bei circa 2MB/sec. Das spielt zwar für den darauf laufenden OpenNIC Nameserver keine Rolle, kann aber bei Verwendung als Backupsystem wichtig sein.

Fazit

Zusammengefasst bietet NbIServ mit dem gestellten vServer ein Produkt, dass die Ansprüche an Verlässlichkeit und kontinuierliche Leistung von fortgeschrittenen Kunden befriedigt. Einziger Kritikpunkt ist der nicht mehr zeitgemäße Maximaldurchsatz der Anbindung.

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