Wetterdatenerfassung mit ELV USB-WDE1-2 und ASH2200

Natürlich macht Wetterdatenerfassung mit munin Spaß! Gerade, wenn es auch etwas zu messen gibt, wie in meiner neuen Heimat in Baden-Württemberg. Hier ist es im Schnitt einige Grad Celsius wärmer als im Ruhrgebiet. Und was gibt es da besseres, als nachzumessen? Wie das mit Munin, ein wenig Python und einem Wetterdatenlogger von ELV funktioniert beschreibt der folgende Artikel.

usb-wde1-2.jpg

Hardware Komponenten

Zum Einsatz kommt dafür der ELV USB-WDE1-2 Datenlogger mit zwei ELV ASH2200 Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren. Der Clou am WDE1 ist, dass er mittels USB-Seriellwandler über die serielle Schnittstelle angesprochen werden kann.

Software einrichten

Für das Auslesen der Daten vom USB-WDE1-2 ist ein kleiner Hintergrunddienst erforderlich, der die über die serielle Schnittstelle ausgegebenen Daten in eine Datenbank speichert. Die dort gespeicherten Daten können dann von einem kleinen Kommandozeilenwerkzeug ausgelesen und durch munin-Plugins verarbeitet werden. Einzig erforderlich ist das Paket sqlite3, das wie folgt installiert wird.

apt-get install sqlite3

Darüber hinaus ist das Paket git-core sehr hilfreich, um meine Skripte von Github zu klonen.

git clone https://github.com/husemann/usb-wde1-tools

Installiert wird dann ausgehend vom Repository wie folgt.

# Dienst
cp wdeLog.py /usr/local/sbin/
chmod 750 /usr/local/sbin/wdeLog.py
# Client
cp wdeClient.py /usr/local/bin
chmod 755 /usr/local/bin/wdeClient.py
# init-Skript
cp scripts/wdeLog /etc/init.d/
chmod 755 /etc/init.d/wdeLog
update-rc.d wdeLog enable 2

Danach sollten kurz die fest eingegebenen Pfade in den Skripten geprüft werden und das Verzeichnis /var/lib/usb-wde1/ als Superuser angelegt werden. Folgend kann der Dienst mit dem Befehl /etc/init.d/wdeLog start gestartet werden. Die Ausgabe erfolgt ins syslog und kann dort geprüft werden.

munin Plugins

Natürlich fehlt jetzt noch der visuelle Teil: Die Graphen. Die Plugins (liegen im Verzeichnis munin) werden wie üblich zuerst nach /usr/share/munin/plugins/ kopiert und von dort mittel Symlinks nach /etc/munin/plugins verlinkt. Die Plugins verlinkt ihr am besten zuerst wie folgt, um den ersten Sensor auszulesen.

ln -s /usr/share/munin/plugins/wde_kombisensor_ /etc/munin/plugins/wde_kombisensor_1

Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus.

wde1-munin-kombi

Wetterdaten-Webseite für Neckarsulm-Dahenfeld

Nachdem die Skripte liefen, kam ein Kontakt zum Ortsvorsteher des kleinen Dorfes in dem wir jetzt wohnen zustande. Das Ergebnis seht ihr sowohl auf der Dorf-Webseite als auch unter www.wetter-dahenfeld.de oder folgendem Screenshot.

wetter-dahenfeld

5 Jahre falkhusemann.de und Blog-Geschichte

Wahnsinn, mein Blog kommt ins Vorschul-Alter. Vor genau 5 Jahren, am 29. April 2010 erschien mein erster Artikel auf diesem Blog. Es ging um das Fälschen von ICMP-Antworten mit iptables, das auch heute noch einige Werkzeuge verwirrt.

Wie kam es dazu? Anfang 2010 war ich kurz vor Ende meines Vor-Diploms und hatte viel mit theoretischen Themen zutun, darunter höhere Mathematik und die Grundlagen der theoretischen Informatik. Als Praktiker nicht unbedingt leichtverdaulicher Stoff, gerade bei mehr als einem Nebenjob. Eins faszinierte mich aber schon seit der Grunschule: Artikel schreiben (darunter eine wenig ruhmhafte Stelle als Chefredakteur einer Schülerzeitung) und Wissen weitergeben. Der Beschluss, Artikel für Fachzeitschriften zu schreiben war schnell gefasst. Aber wo genau anfangen, um den eigenen Schreibstil zu entwickeln und zu testen, ob man überhaupt in der Lage ist, Fachartikel zu verfassen? Mein damaliger Chef brachte mich auf die Idee, einfach einen Blog zu beginnen und zu schauen, ob es funktioniert.

computer15

Gesagt getan. Drei Wochen vor diesem ersten Artikel war der Blog bereits passwortgeschützt erreichbar und die notwendige technische Infrastruktur eingerichtet. Die folgenden drei Wochen verbrachte ich dann damit mich zu fragen, was die geneigte Leserschaft (zu diesem Zeitpunkt äquivalent zu mir selbst) überhaupt lesen wollen würde. Das Ergebnis könnt ihr noch immer im Archiv nachlesen. Nach dem ersten Artikel folgten schnell weitere und der Blog entwickelte sich trotz Fachartikeln in diversen Zeitschriften zu einem Selbstläufer. Fünf Jahre sind jetzt vergangen, die ersten Fachzeitschriften sicher bereits in staubigen Ordnern verschwunden, der Blog aber ist noch online und lebt.

Auf weitere fünf Jahre und natürlich auf euch, meine Leser.

TP-Link WR841N(D) mit DD-Wrt bespielen

Günstig ein professionell einsetzbares und frei konfigurierbares WLAN- oder Routing-Gerät anschaffen und für ein paar kleine Euro die Reichweite des heimnischen WLANs erweitern, oder ein WLAN nach Firmenstandard (WPA2 Enterprise) aufbauen, dazu noch etwas Quality of Service und typische Firewall-Funktionen? Das geht mittlerweile auch für unter 20 Euro.

wr841n_ddwrt

Nötig sind nur drei Dinge:

DD-Wrt ist eine kleine eingebettete Linux-Distribution die seit etwa zehn Jahren gepflegt wird und aus der Hardware aktueller eingebetteter Geräte das Maximum an Funktion herausholt und in einer leichtverständlichen Weboberfläche präsentiert.

Der TP-Link WR841N ist in zwei Varianten erhältlich: Einer mit fest angebauten Antennen und einer (WR841ND genannt) mit RP-SMA Anschlüssen. Ergänzt braucht es noch die aktuelle Entwicklungsversion von DD-Wrt, die auch die aktuelle Hardwarerevision 9.2 unterstützt.

Diese ist unter diesem Link zu finden. Im aktuellsten Verzeichnis (zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Beitrags ist es 12-22-2014-r25697) wird das passende Unterverzeichnis mit dem Namen tplink_tl-wr841ndv9 aufgerufen. Beide Firmwaredateien werden heruntergeladen. Die Datei factory-to-ddwrt.bin kann folgend über die Weboberfläche auf den Router gespielt werden.

Nach einem Neustart ist DD-Wrt installiert und der Router lauscht unterder IP-Adresse 192.168.1.1 und die DD-Wrt Oberfläche präsentiert sich, wie folgt.

Screenshot - 29.03.2015 - 12:08:36

Der Blog macht noch immer Pause (UPDATE)

Update 27.20.2014:
Nach guten 850 Kilometern im Rahmen einer selbstmörderischen Autobahn-Tortur, ganz wie in den guten alten Zeiten, am heutigen Montag ist jetzt auch der Kolloquiumsvortrag zur Diplomarbeit erledigt. Übrigens bemerkt man den Wert einfacher CAT5e-Patchkabel erst, wenn man in einer leeren Wohnung sitzt und merkt, dass diese Kabel eben nicht von allein in ausreichender Menge umziehen. Das selbe gilt für unterbrechungsfreie Stromversorgungen. Das schwierigste war der Umzug einiger 4U Virtualisierungsserver für das Heimlabor. Jetzt ist aber endlich alles erfolgreich angekommen und am kommenden Montag darf ich endlich meiner neuen Tätigkeit nachgehen.

Trotz der jetzt sicher wieder eintrudelnden Artikel ist die Pause noch nicht vorbei, darum bitte ich um Nachsicht. Um die geneigte Leserschaft trotzdem kurz auf den aktuellen Stand zu bringen: Heute konnte ich nach fast sechs Monaten meine Diplomarbeit abgeben, was das nachfolgende Bild beweist. Es geht um IT-Sicherheit, um was auch sonst. Bei Interesse (kurze Mail genügt), beschreibe ich das Thema gern ausführlicher, sobald ich kann. Drückt mir die Daumen.

diplomarbeit_abgabe

rtorrent monit- und Init-Skript

Wer rtorrent regelmäßig und dauerhaft einsetzt, wünscht sich eine elegantere Lösung, als das händische Starten und Stoppen einer screen-Sitzung. Ohne viele weitere Ausschweifungen folgt meine Lösung für diesen Wunsch: Ein Init-Skript und eine Konfigurationsdatei für monit. Monit ist eine Prozessüberwachungs-Software.

Im Gegensatz zu den anderen kursierenden Skripten kann mit dem hier vorgestellten sowohl die niceness (CPU-Priorität) als auch die I/O-Klasse eingestellt werden, sodass rtorrent nicht mehr alle Prozessoren und jede Eingabe-/Ausgabe-Operation für sich beanspruchen kann. Dazu absolut zu empfehlen ist die manpage von ionice und nice. Wer noch nicht reingesehen hat, verpasst was.

rtorrent Init-Skript

Das Init-Skript wird im Verzeichnis /etc/init.d/ unter dem Namen rtorrent-beispielUser abgelegt. Mit dem Befehl update-rc.d rtorrent-beispielUser defaults kann es in den Startprozess eingebunden werden.

#!/bin/bash
### BEGIN INIT INFO
# Provides:          rtorrent-beispielUser
# Required-Start:    $syslog $local_fs
# Required-Stop:     $syslog $local_fs
# Should-Start:      $remote_fs
# Should-Stop:       $remote_fs
# X-Start-Before:    xdm kdm gdm ldm sdm
# Default-Start:     2 3 4 5
# Default-Stop:      0 1 6
# Short-Description: rtorrent
# Description:       Load up rtorrent in a screen session
### END INIT INFO

###############
#
# TO INSTALL RUN
# sudo /usr/sbin/update-rc.d rtorrent defaults
#
##################


. /lib/lsb/init-functions

# EDIT THIS VARIABLE TO THE USER THAT YOU WANT RTORRENT TO RUN AS
USER=beispielUser
# Where to store the pidfile
PIDFILE="/var/run/rtorrent-${USER}.pid"
# Path to screen
SCREEN="/usr/bin/screen"
# Name of screen (visible via screen -ls)
SCREEN_NAME="rtorrent-${USER}"
RTORRENT="/usr/local/bin/rtorrent"
# Default (0), lowest=7, highest=0
IOPRIO="7"
# Default (0), lowest=19, highest=-19
NICE="5"

case "$1" in
  start)
    log_daemon_msg "Starting rtorrent"
    start-stop-daemon --start --background --oknodo \
    --pidfile "$PIDFILE" --make-pidfile \
    --chuid $USER --iosched best-effort:$IOPRIO --nicelevel $NICE \
    --exec $SCREEN -- -DmUS $SCREEN_NAME $RTORRENT
    if [ $? -gt 0 ]; then
        log_failure_msg "FAILED."
        log_end_msg 1
        exit 0
    else
        log_end_msg 0

    fi
    ;;
  stop)
    log_daemon_msg "Stopping rtorrent"
    start-stop-daemon --stop --oknodo --pidfile "$PIDFILE"
    if [ $? -gt 0 ]; then
      log_failure_msg "FAILED."
      log_end_msg 1
    else
      log_end_msg 0 
    fi
    ;;
  restart)
    $0 stop
    sleep 1
    $0 start
    ;;
  *)
    echo "usage: $0 {start|stop|restart}"
esac
exit 0

rtorrent Monit-Konfigurationsdatei

Die Monit-Konfigurationsdatei wird im Verzeichnis /etc/monit/conf.d/ unter dem Namen rtorrent-beispielUser abgelegt. Nach einem Neustart kann der Status von rtorrent abgerufen werden.

check process rtorrent-beispielUser with pidfile /var/run/rtorrent-beispielUser.pid
	start program = "/etc/init.d/rtorrent-beispielUser start"
	stop program = "/etc/init.d/rtorrent-beispielUser stop"
        # Nur bei aktiviertem scgi_port 127.0.0.1:5001 wirksam, sonst auskommentieren
        if failed host 127.0.0.1 port 5001 type tcp then restart
        if 5 restart within 5 cycles then timeout

rtorrent für Debian wheezy kompilieren (UPDATE)

rtorrentlogo

Wenn es etwas aktueller sein muss, lässt sich rtorrent einfach aus den Quellen kompilieren. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn die beliebte Weboberfläche rutorrent eingesetzt werden soll. Diese benötigt eine rtorrent Version mit Unterstützung von Umlauten in der xmlrpc Kommunikation.

Für die Integration von aus den Quellen kompilierter Software steht in den Debian Paketquellen das Programm checkinstall zur Verfügung, dass einfache Debian Pakete automatisch erzeugen kann. Checkinstall wird hier eingesetzt.

Zuerst werden die Abhängigkeiten installiert, die über die offiziellen Paketquellen verfügbar sind.

apt-get install checkinstall build-essential pkg-config libsigc++-2.0-dev libcurl4-openssl-dev libncurses5-dev libxml2-dev

Ergänzend wird eine aktuelle Version von xmlrpc-c benötigt. Diese kann wie folgt oder per Hand von hier heruntergeladen werden.

wget -O xmlrpc.tgz "http://downloads.sourceforge.net/project/xmlrpc-c/Xmlrpc-c%20Super%20Stable/1.25.26/xmlrpc-c-1.25.26.tgz?r=http%3A%2F%2Fsourceforge.net%2Fprojects%2Fxmlrpc-c%2Ffiles%2FXmlrpc-c%2520Super%2520Stable%2F1.25.26%2F&ts=1385046127&use_mirror=heanet"

Dann wird die gewünschte Version von rtorrent und der zugehörigen libtorrent heruntergeladen.

wget http://libtorrent.rakshasa.no/downloads/libtorrent-0.13.4.tar.gz
wget http://libtorrent.rakshasa.no/downloads/rtorrent-0.9.4.tar.gz

Zuerst wird die heruntergeladene Version von xmlrpc-c entpackt und kompiliert. Nach der Installation mittels checkinstall kann das Paket mit dem Befehl apt-get remove xmlrpc-c wieder entfernt werden.

tar xzf xmlrpc.tgz
cd xmlrpc-c-1.25.26
./configure --with-libwww-ssl --enable-libxml2-backend
make
checkinstall make install
cd ..

Dann wird die Bibliothek libtorrent kompiliert. Aufgrund einiger Randfälle im Installationsteil des Makefiles lässt sich die Bibliothek nicht als Paket installieren.

tar xzf libtorrent-0.13.4.tar.gz
cd libtorrent-0.13.4
CFLAGS="-Os -march=native" ./configure --with-posix-fallocate --enable-ipv6
make && make install
cd ..

Zuletzt wird rtorrent selbst entpackt und kompiliert. Das resultierende Paket lässt sich mit dem Befehl apt-get remove rtorrent wieder deinstallieren.

tar xzf rtorrent-0.9.4.tar.gz
cd rtorrent-0.9.4
CFLAGS="-Os -march=native" ./configure --with-xmlrpc-c --enable-ipv6
make
checkinstall make install

Um direkt nach der Installation rtorrent starten zu können, muss der Bibliotheks-Cache mit dem Befehl ldconfig aktualisiert werden. Eine Konfigurationsdatei die im Stammverzeichnis des Benutzers abgelegt werden muss, der rtorrent ausführen soll, gibt es hier.

Die Datei wird in Voreinstellung am Ort ~/.rtorrent.rc gesucht.

Der Blog macht Pause

Leider ist die Zeit endlich. Darum verbringe ich sie meist Tag und Nacht wie auf folgendem Bild, dass vor einer Woche um 4 Uhr morgens entstand.

img_0001_01

Kein Mensch ist so beschäftigt, dass er nicht die Zeit hat, überall zu erzählen, wie beschäftigt er ist. Robert Lembke

In diesem Sinn: Der Blog macht Pause, bis meine Diplomarbeit und der daran anschließende Umzug überstanden sind, oder wir uns nach Deep Space 9 begeben.